Hilft der Befreiungsversuch Solarworld?

Solarworld steckt seit Monaten in der Verlustzone und schreibt schon lange nur noch rote Zahlen. Nun wird mit neuen Investitionen aus Katar versucht das Solarunternehmen zu retten und wieder auf Kurs zu bringen. Eigentlich eine gute Sache, aber leider sind die Produktionskosten für Solarmodule und deren Komponenten immer noch zu hoch. Aktuell produziert Solarworld in Deutschland und den USA. Vielleicht wäre es für Solarworld ratsam, die Produktion in günstigere Länder zu verlegen, ansonsten wird Solarworld den Preiskampf mit China und Asien verlieren. Auch wenn aktuell Zollgebühren und Strafzölle auf asiatischen Solarmodule erhoben werden sollen, wird es für Solarworld nicht einfacher.

Wie sieht der Rettungsversuch von Solarworld aus?

Ein wichtiger Schritt ist der Schuldenschnitt, dabei werden 55% der Schulden nicht zurückgezahlt, dieser Schritt soll Solarworld wieder mehr Freiheit und finanziellen Spielraum geben. Zusätzlich wird neues Geld aus Katar bereitgestellt. Damit steigt Qatar Solar mit 35 Millionen Euro bei Solarworld ein und stellt ein Darlehen von 50 Millionen Euro bereit. Der Firmengründer Frank Asbeck gibt aus seinem Privatvermögen zusätzlich 10 Millionen Euro für Solarworld frei. Dem ganzen Versuch müssen die Gläubiger im August in der Hauptversammlung noch zustimmen. Aber ob das alles reicht, um die Schulden von 980 Mio. Euro auszugleichen ist eine große Frage und wird sich wahrscheinlich lange hinziehen. Verlierer sind vor allem die Anleger und der Firmengründer Asbeck. Die Anleger verlieren durch den Schuldenschnitt und Asbecks Anteil sinkt von 28% auf 20% und kostet ihm weitere 10 Mio. Euro. Kretisiert wird der schwache Absatz in Asien und Afrika und die hohen Kosten.

Fazit: Auch wenn Solarworld die Unterhaltungskosten und die Kosten für Solarzellen senken will, wird es insgesamt für das Unternehmen schwer und wer weiß was in ein oder zwei Jahren ist, vielleicht steht Solarworld dann wieder da wo es jetzt steht. Denn einfacher wird der Markt nicht.